Obstbauern leiden unter Maikäferplage – Martina Fehlner fordert Beschleunigung behördlicher Genehmigungsverfahren

04. September 2014 | Landwirtschaft und Ernährung

Landkreis Miltenberg. Um die Arbeit und die Existenz der Obstanbaubetriebe im Landkreis Miltenberg auch für die Zukunft zu sichern und damit viele Arbeits- und Ausbildungsplätze in den landwirtschaftlichen Familienunternehmen zu sichern, for-dert die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner von der Bayerischen Landesregierung Hilfen und Unterstützung für die von einer Maikäferplage betroffenen Obstbauern. „Wir müssen die behördlichen Genehmigungsverfahren für eine Bekämpfung der Maikäfer bzw. deren Larven mit biologischen Mitteln dringend beschleunigen. Die Obstbauern mussten in den letzten Jahren durch die gefräßigen Engerlinge große finanzielle Schäden hinnehmen. Hier muss schnellstmöglich gehandelt werden!“, so Fehlner.

Bei einem Ortstermin in einer Gemeinschaftsplantage in Röllbach (Lkr. Miltenberg) sicherte die Landtagsabgeordnete den insgesamt sieben Hauptwerwerbs-Obstbauern ihre Unterstützung zu. Das Problem: die Engerlinge fressen die Wuzeln und Feinwurzeln der Apfel- und Kirschbäume sowie der Johannis- und Stachelbeer-Sträucher ab. Die Folge: die Pflanzen tragen kaum noch Früchte oder sterben lang-sam ab. Im Landkreis Miltenberg sind ca. 50 bis 70 Hektar der Anbaufläche vom Maikäfer befallen. Fehlner: „Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden. Auf einem Quadratmeter findet man bis zu 100 Larven im Boden. Ganze Grundstücke bzw. Plantagenabschnitte sind rodungsreif. Die Bauern klagen über bis zu 30% Er-tragsverlust im Jahr und die erforderlichen Neuanpflanzungen sind mit hohen Investi-tionskosten verbunden!“

Eine mögliche Lösung den Engerlingfraß in den Obstplantagen zu reduzieren, wäre der Einsatz des Boveriapilzes, der in Deutschland allerdings noch keine Zulassung habe, so Dr. Wolfgang Kreckl von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Das Mittel habe zwar ein EU-weites Anwendungsverbot, könne aber durch eine so genannte „Notfallzulassung für 120 Tage“ genehmigt werden. Die Zuständigkeit für das Genehmigungsverfahren läge beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Le-bensmittelsicherheit (BVL). Ein entsprechender Antrag der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg solle in den kommenden Wochen eingereicht werden. „Spätestens im Frühjahr nächsten Jahres müsste die Anwendung des Mittels erlaubt sein, denn 2015 ist ein sogenanntes Hauptflugjahr des Maikäfers“, macht die Land-tagsabgeordnete die Dringlichkeit des Verfahrens deutlich.

Die Landesregierung solle darüber hinaus daran mitwirken, dass auch zusätzliche Maßnahmen, wie die Bekämpfung der Maikäfer an nahegelegenen Waldrändern und die Errichtung von so genannten Hagelnetzen in den Obstplantagen weiter gefördert würden. Die Hagelnetze bewirken, dass die schlüpfenden Maikäfer nicht aus-schwärmen, sich dadurch auch nicht paaren und ohne größeren Aufwand abgesammelt werden können. Fehlner: „Der Bau von Hagelnetzen ist sehr teuer. Die jetzige Förderquote durch die Landesregierung ist nicht ausreichend. Hier müsste schnell und unbürokratisch aufgestockt werden. Das wäre ein weiterer wichtiger Baustein die Maikäferpopulation in den Obstplantagen in Miltenberg einzudämmen.“

Bild: Martina Fehlner informiert sich bei den Obstbauern im Landkreis Miltenberg über das verheerende Ausmaß der Schäden durch die Maikäferlarven.

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