Alles barrierefrei? Martina Fehlner hat den Faktencheck am Aschaf-fenburger Hauptbahnhof gemacht

12. September 2014 | Inklusion

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Klaus Herzog und Vertretern von Behindertenverbänden hat die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Fehlner zu einem Rundgang durch den Hauptbahnhof eingeladen. Das Thema: Barrierefreiheit. Rund 20 Teilnehmer waren gekommen, um verschiedenste Bereiche des Bahnhofs einem umfangreichen Faktencheck zu unterziehen – von der Eingangshalle bis zu den Gleisanlagen. Das Fazit: „Im Großen und Ganzen ist der Aschaffenburger Hauptbahnhof ein positives Beispiel in Sachen Barrierefreiheit“, so Fehlner. „Bei den Details besteht allerdings Nachbesserungsbedarf.“

So bemängelt Peter Nüsslein vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. bauliche Fehler im Leitsystem für Blinde: An einer Stelle ist ein Absperrpoller in ein Orientierungsfeld eingelassen. An anderer Position führt der Richtungsstreifen nicht mittig auf das Eingangsportal, sondern neben die Tür. Der auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesene Günter Fries von der SPD-Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv lobt die geräumigen Toiletten für Mobilitätseingeschränkte. Gleichzeitig kritisiert er die schwer erreichbaren Wasserhähne, Seifenspender und Notrufelemente. Negativ fielen bei dem Rundgang zum Teil fehlende Hinweise auf Behinderten-WCs, eine zu schnell auf- und zugehende Fahrstuhltür in der Eingangshalle oder fehlende Blindenbeschriftung im Parkhausbereich auf. In der Gesamtbilanz überwogen aber die positiven Bewertungen. „Im Vergleich zu anderen bayerischen Städten sind wir mit dem Aschaffenburger Hauptbahnhof zufrieden“, resümiert Peter Nüßlein. „Die Unterführung und die Gleisbereiche sind vor-bildlich ausgestaltet. Am Bahnhofsvorplatz wie auch in der Eingangshalle haben wir allerdings einige Mängel festgestellt, die behoben werden sollten.“ Barrierefreiheit in allen öffentlichen Bereichen zu schaffen, darin sieht Martina Fehl-ner eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: „Menschen mit Behinderungen müssen sich ebenso wie Senioren und Eltern mit Kleinkindern im öffentlichen Raum bewegen können, ohne ständig auf Hindernisse zu stoßen“, so ihre Forderung. Gemeinsam mit der SPD-Landtagsfraktion setzt sie sich für ein „Barrierefreies Bayern 2025“ ein. Eine entsprechende Interpellation wurde bereits im Frühjahr im Landtag eingebracht. Derzeit tragen SPD-Abgeordnete aus ganz Bayern Fakten zur Barrierefreiheit von Bahnhöfen zusammen. „Wir werden unsere Ergebnisse aus dem Faktencheck in Aschaffenburg sowohl der Deutschen Bahn als auch der Staatsregierung übermitteln, verbunden mit der Aufforderung, bestehende Mängel zu beheben“, so Martina Fehlner. Für die Aschaffenburger Abgeordnete war der vergangene Faktencheck die erste Station in ihrem Bemühen um eine barrierefreie Umgebung. Deshalb will sie weitere Bahnhöfe in der Region Bayerischer Untermain, aber auch öffentliche Gebäude wie Rathäuser und Ämter auf Barrierefreiheit testen. Der Aschaffenburger Hauptbahnhof war bis zum Jahr 2011 aufwändig saniert und mit einem Neubau versehen worden, der unter anderem die neue Eingangshalle umfasst. Oberbürgermeister Klaus Herzog hatte sich im Rahmen der Arbeiten stark für die barrierefreie Ausgestaltung des Bahnhofs eingesetzt. Im Jahr 2012 war der Bahnhof vom Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene e.V. mit dem Titel „Bahnhof des Jahres“ ausgezeichnet worden.

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